Die Photographische Gesellschaft Bern (PGB) wurde am 14. Mai 1892 unter dem Vorsitz von Prof. Forster vom tellurischen Observatorium zusammen mit weiteren 16 Personen gegründet. Zuvor soll es schon eine lockere Vereinigung von interessierten Personen gegeben haben. Die Mitglieder trafen sich einmal im Monat zu einem zwanglosen Austausch über ihre Bilder und über technische Erneuerungen. Präsident Tschirch organisiert 1893 einen Lesezirkel, der sich mit der neusten Literatur zur Fotografie auseinandersetzte. Die Gesellschaft organisierte auch verschiedene Kurse zur Weiterbildung ihrer Mitglieder, so 1899 einen Vergrösserungskurs unter der Leitung des Fotografen J. Deppeler. Ein grosses Ereignis waren die seit 1893 jährlich veranstalteten internen Wettbewerbe und Fotoexkursionen. Zudem fanden regelmässig Vorträge im Hörsaal des Observatoriums über wichtige technische Erfindungen statt. In den ersten zehn Jahren stieg die Mitgliederzahl auf 53, wobei die Gesellschaft eng mit der Universität Bern verbunden schien, da fast die Hälfte der Mitglieder einen höheren akademischen Rang inne hatten und einige an der Universität tätig waren. Dies spiegelt sich ebenso in den Berichten wieder, die über die verschiedenen Einsatzgebiete der Fotografie in der Forschung berichten, so in der Kunstgeschichte, der Anatomie, Ethnologie. Die Vereinsberichte der PGB wurden vereinzelt schon vor 1902 in der Revue suisse de photographie veröffentlicht, doch erst ab 1902 war die Revue das offizielle Vereinsorgan.

An die weitere Öffentlichkeit trat die Gesellschaft 1903, in dem sie eine schweizerische und internationale Fotoausstellung im Gewerbemuseum Bern organisierte. Die Ausstellung war ein Erfolg auf der ganzen Linie, so sprang die Mitgliederzahl kurz danach von 71 auf 170 Mitglieder an und die Vereinskassen profitierten von den Einnahmen. Im selben Jahr beschloss die PGB auch eine Diasammlung anzulegen, um sie mit anderen schweizerischen und ausländischen Amateurvereinen auszutauschen.

Kurz nach der Gründung des Schweizerischen Amateur-Photographen-Vereins (SAPV) 1903 berichtete deren Präsident Lichtenhahn vom Zusammenschluss und forderte die Berner zum Beitritt auf. Die Idee stiess bei den Mitgliedern der PGB zwar auf Gegenliebe, doch erst drei Jahre später erfolgte der Beitritt zur SAPV, der jedoch bereits nach einem Monat wegen Unvereinbarkeiten der beiden Statuten wieder rückgängig gemacht wurde.

1913 rief ein Initiativkomitee aus der Mitte der Gesellschaft zu einer Protestversammlung gegen den Vorstand zusammen, dem «Lauheit» in der Geschäftsführung nachgesagt wurde. Bei der Versammlung kam es zum Eklat. Zehn Personen traten aus der Gesellschaft aus und gründeten den Amateur Photographen Verein Bern (APVB), der sich sogleich der SAPV anschloss und in kurzer Zeit auf 90 Mitglieder anwuchs. In der Photographischen Gesellschaft Bern lösten diese Ereignisse eine erneute Umtriebigkeit aus: Die Statuten wurden revidiert, die Eintragung in den Handelsregister wurde veranlasst und es konnte ein neues Vereinslokal mit Dunkelkammer eröffnet werden. Das darauf folgende Jahr stand ganz im Zeichen der Landesausstellung in Bern. Unter dem wirtschaftlichen Druck der Kriegszeiten wurden kurz nach der Abspaltung bereits wieder erste Schritte zur Fusion der beiden photographischen Vereine in Bern unternommen, die jedoch vorerst am Streit über die Namensgebung scheiterten. Erst 1917 kam der Zusammenschluss unter dem neuen Namen «Vereinigte Photographische Gesellschaft Bern» zustande und gleichzeitig erfolgte der Beitritt zur SAPV. Der neuen Gesellschaft gehörten nun 190 Mitglieder an. Bereits nach fünf Jahren nahm die Gesellschaft wieder ihren alten Namen an. Die Tätigkeiten der vereinten Gesellschaft waren rege und sogar eine Damensektion, die eigene Zusammenkünfte pflegte, wurde ins Leben gerufen. Nach dem Krieg folgten unruhige Jahre, die von häufigen Wechseln im Vorstand und mehreren Umzügen des Vereinslokals geprägt waren. Die Gesellschaft erholte sich jedoch bald wieder und die Mitgliederzahl erreichte 1922 mit 191 Mitgliedern den Höchststand.

1926 erfolgte nach 1903 die zweite grosse Ausstellung im Gewerbemuseum in Bern, die ebenfalls einen beachtlichen Erfolg hatte. Eine weitere Ausstellung folgte 1933, an der viele Spezialgruppen beteiligt waren, so das Röntgeninstitut, die Landestopographie des eidgenössischen Militärdepartements, der Erkennungsdienst der städtischen Polizei, die eidgenössische Post- und Telegraphenverwaltung usw.